11 Sep. Autowerkstatt Luino
Daniele, unser Retter in der Not
Oh nein! Bitte nicht! Nach reichlich 12 Stunden Autofahrt von Deutschland in unserem großen SUV (viel Gepäck, großer Hund…) erreichen wir unsere Garage in Laveno-Mombello, wo wir einen Kleinwagen „lagern“, mit dem wir dann zu unserem in den Bergen und schwer zugänglich gelegenen Haus kommen. Also alles umladen, Hund in den Mini-Kofferaum quetschen und los geht’s…. Oder eben auch nicht. Der kleine Jeep springt nicht an, dabei stand er nur zwei Wochen. Wie kann sich denn Bitteschön eine Autobatterie so schnell entladen? Aber NATÜRLICH hat mein bester Ehemann aller Zeiten ein Starthilfegerät in der Garage, so dass wir dann nach einiger Zeit und viel Schwitzen, ob es funktioniert, starten konnten.
Nach dem Starten leuchteten allerdings noch so einige Warnlampen im Armaturenbrett. Einige gelb, einige rot. Rot soll nicht so gut sein, hab ich gehört… Der Motor stotterte auch ein bisschen, was etwas beunruhigend ist, wenn man eine lange, sehr steile Bergetappe vor sich hat. Egal, no risk, no fun! Mit Ach und Krach und wiederum vielen Schweißperlen kommen wir endlich am Haus an. Also alles ausladen, Hund versorgen und sofort Daniele anrufen.
Die Firma AUTOLAGHI S.R.L. (lizensierter Händler und Werkstatt für FIAT, LANCIA, JEEP und PIAGGIO) hatten wir zwei Jahre zuvor per Internetrecherche entdeckt, als wir uns einen Piaggio Porter, also einen Mini-Kipp-Laster, kaufen wollten, um Dinge durch die schmalen Straßen zu unserem Haus in den Bergen transportieren zu können.
AUTOLAGHI S.R.L. ist ein Traditionsunternehmen, das seit fast 50 Jahren in Luino am Lago Maggiore ansässig ist und vor einigen Jahren – wie wir später erfuhren – in Sachen Kundenzufriedenheit sogar als bester FIAT Händler Italiens ausgezeichnet wurde.
Wir fuhren nach Luino und lernten Daniele Canuto kennen, die gute Seele von AUTOLAGHI S.R.L. Langsam wurde uns klar, warum das Unternehmen diese Auszeichnung erhalten hatte: Daniele liebt und lebt seinen Job. „Wenn die Kunden zu uns kommen, dann steht entweder eine wichtige Entscheidung an, nämlich ein Auto zu kaufen, oder sie vertrauen uns etwas zur Reparatur an, das ihnen sehr wichtig ist. Meine Aufgabe ist es, Kunden sehr gut zu beraten und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie uns vertrauen können. Das liebe ich an meiner Arbeit!“
Daniele war etwas verwundert über unser Anliegen, einen Transporter kaufen zu wollen, und meinte „Aber wenn ihr nur ein paar Möbel dorthin transportieren wollt, dann kann ich euch doch einen kleinen Transporter leihen, da braucht ihr doch keinen zu kaufen.“ Als wir anmerkten, dass er an seinen Qualitäten als Sales Manager – wie es auf seinem Namensschild steht – noch arbeiten müsste, lachte er und meinte, dass wir da durchaus recht hätten. Wir haben den Piaggio dann trotzdem gekauft und sind sehr glücklich damit. Besonders praktisch ist auch, dass seine Mitarbeiterin Monika, die fürs Bezahlen und den Papierkram zuständig ist, sehr gut Deutsch spricht.
Also gingen wir in sein kleines Verkaufsbüro und erledigten die Formalitäten. Zwischen diversen Dokumenten und Katalogen entdeckte ich eine Partitur von „Phantom der Oper“. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass Daniele nicht nur ein Blasinstrument – ich glaube, Oboe – spielt, sondern mehrere Orchester dirigiert. Und dass er begeistert und – wie die diversen Pokale und Urkunden an der Wand bezeugen – wohl auch gar nicht so schlecht Rallyes fährt, machte ihn nur noch sympathischer.
So haben wir immer viele interessante Gesprächsthemen und das Beste: Daniele spricht ein hervorragendes Englisch.
Zurück zu unserem Problem-Jeep: Am Telefon schildern wir Daniele unsere Start-Probleme und die Disco-Beleuchtung auf dem Armaturenbrett. „Ich glaube, ich weiß, wo das Problem liegt. Kommt einfach her, ich bin sicher, wenn wir das Auto dann wieder starten, sind alle Lichter aus. Das wird die schnellste und preiswerteste Reparatur die ihr je bekommen habt.“ Hä??
Wir sind also tatsächlich direkt nach Luino gefahren, gleich in die kleine Werkstatt, die sich unter den Verkaufsräumen befindet. Daniele erwartete uns schon: „Na, dann stellt mal den Motor aus.“ Wirklich? Springt das Ding dann auch wieder an? Naja, die werden ja vielleicht ein Starthilfekabel hier in der Werkstatt haben….
Also schalten wir den Motor aus. „So und jetzt wieder an!“ fordert Daniele uns auf. Wir starten den Jeep. Er springt anstandslos an und alle Warnlampen erloschen. „Seht ihr, hab ich doch gesagt. Das ist ein bekanntes Problem bei Jeep. Langfristig sollte da aber was ausgetauscht werden. Das kann ich für euch bestellen und dann kommt ihr nächste Woche nochmal wieder.“
Als wir bezahlen wollen, lacht er. „Ich hab doch nichts gemacht!“
Wir sind mit unserem – in Deutschland gekauften – Jeep inzwischen leider Stammkunde bei Daniele, weil ständig irgendwelche Probleme auftreten. So haben wir uns mit Daniele ein bisschen angefreundet und die Besuche in seiner Autowerkstatt sind nicht nur wegen der malerischen Autofahrt von Laveno nach Luino eine Freude.
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