In diesem Artikel teile ich unsere persönlichen Erfahrungen zum Leben und Alltag am Lago Maggiore – von Wetter und Lebensgefühl über Kosten, Immobilienpreise bis hin zum Leben mit Hund – persönlich, ehrlich und nicht-kommerziell!
Wie ist das Leben am Lago Maggiore? Wie gestaltet sich der Alltag in Italien für Nicht-Italiener? Was kostet das Leben am Lago Maggiore? Wie ist der Winter am Lago Maggiore wirklich? Wie ist es für Deutsche am Lago Maggiore? Wie ist es mit Hund am Lago Maggiore?
All diese Fragen haben wir uns gestellt, bevor wir die Region als möglichen zweiten Wohnsitz oder gar als Hauptresidenz unter die Lupe genommen haben.
Mehr Infos zum Thema Immobilien bekommt ihr hier und Empfehlungen für Restaurants und schöne Cafés findet ihr hier.
Fangen wir mit dem Wichtigsten an! Wie ist das Wetter wirklich am Lago Maggiore? Vor allem: Wie ist das Wetter im Winter?
Das Wetter am Lago Maggiore ist wechselhafter als man es sich vielleicht vorstellt und die Wetter-Apps scheinen unzuverlässiger als anderswo. Wenn für in 3 Tagen 80% Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt ist, kann es morgen schon wolkenlos sein!
Von November bis Februar bewegen sich die Temperaturen eigentlich nie unter Null Grad, doch es kann hin und wieder regnen. Der Regen dauert meist jedoch nur kurz an. Mehrere Tage durchgehend Regen gibt es hier nur sehr selten – aber es kommt vor. Dafür kommt in den Wintermonaten durchaus auch häufig die Sonne heraus und mit der passenden Jacke kann man seinen Kaffee draußen genießen. Eigentlich lassen alle Restaurants und Cafés auch den Winter über ihre Stühle draußen stehen, damit sie jederzeit für die Sonnenstunden einsetzbar sind.
Die schönsten Monate sind für mich März bis Juni sowie September und Oktober. In diesen Monaten ist das Wetter im Schnitt deutlich besser als im verregneten Norddeutschland, wo wir unseren Hauptwohnsitz haben. In diesen Monaten hat man am See schon viele schöne warme Tage und falls es doch einmal regnet, so sind es meist nur kurze Schauer.
Ich wohne ja am östlichen Ufer und gefühlt sieht es aus, als wäre das westliche Ufer häufiger in Wolken gehüllt als unsere Seite. Aber das mag ein subjektiver Eindruck sein.
Im Juli und August meiden wir den See. Es kann über viele Tage hinweg richtig heiß werden, oft mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Und in diesen Monaten haben die Italiener Sommerferien, reisen selbst an den See und dann sind Restaurants, Bars und Straßen für uns einfach viel zu voll. Auch die wenigen kleinen öffentlichen Zugänge zum See, die meist steinig und felsig sind, sind dann überfüllt und an den wenigen Stränden findet man kaum einen freien Liegeplatz.
Unser Fazit: Nicht immer scheint die Sonne, aber sie ist nie weit weg!
Was gefällt uns hier besser als in Norddeutschland?
Das Leben in Italien als Ausländer ist easy! Von dem berühmten dolce far niente ist hier am „mageren Ufer des Sees“ (so nennt man das östliche Ufer) allerdings nicht viel zu spüren und das ist genau das, was uns gefällt: Die Menschen sind offener, lockerer, nicht so maulfaul (wie gesagt: Ich vergleiche mit Norddeutschland!), lebendiger und besser gelaunt als bei uns, sitzen aber eben nicht den ganzen Tag im Café und tun nichts, wie manche Vorurteile behaupten.
Aber Zeit für einen kleinen caffè oder einen aperitivo finden sie eigentlich immer, ob mal schnell zwischen zwei Geschäftsterminen oder nach Feierabend auf dem Weg nach Hause – soviel Zeit muss sein! In Spitzenzeiten kann es in den kleinen Bars, wo der Espresso selten mehr als ein oder zwei Euro kostet, schon sehr voll und laut werden, wenn wildfremde Italiener miteinander über das Wetter diskutieren als ginge es um den Weltfrieden. Und die lange Mittagspause ist ebenfalls heilig. Egal, wie weit unsere Handwerker von zu Hause weg waren, alle sind mittags zum Essen nach Hause gefahren.
Italiener sind Familienmenschen und das gemeinsame Essen am Wochenende, häufig auch im Restaurant, ist Tradition, da ist dann auch die ganz entfernte Tante dabei, die kaum noch laufen kann, aber jeden Sonntag vom Neffen, der gerade Führerschein gemacht hat, abgeholt wird. Und dann wird es laut! Richtig laut! Ich mag es, am Nebentisch zu sitzen und zu lauschen und zu versuchen, einzelne Brocken aufzuschnappen und zu verstehen.
Meine Toleranzgrenze ist allerdings überschritten, wenn in den Sommermonaten im Nachbarhaus die Großfamilie zusammenkommt und regelmäßig bis nachts um zwei lustige Spiele spielt und den Pool bevölkert. Ein weiterer Grund, warum wir uns hier im Juli und August nicht blicken lassen.
Was wir hier sehr genießen ist das gastronomische Angebot und vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wie gesagt, ich rede hier hauptsächlich von der lombardischen Seite des Sees. Drüben im Piemont ist alles ein wenig schicker, mondäner – und teurer. Also gehen wir hier mehrmals in der Woche in die Lieblingspizzeria, wo keine Pizza mehr als 14,- EURO kostet oder zu dem gehobenen Restaurant am See mit Fischspezialitäten, wo der Hauptgang um die 20,- EURO kostet. Der Service ist eigentlich immer sehr gut und herzlich, selbst in den eher touristischen Restaurants.
Meine Tipps für Restaurants und Cafés findet ihr hier.
Positiv überrascht waren wir darüber, wie freundlich wir überall in den Geschäften und Restaurants bedient werden, obwohl wir Ausländer sind und nicht gut Italienisch sprechen.
Meine Empfehlungen zu „Geschäften mit Seele“ findet ihr hier.
Die allermeisten sind geduldig und reagieren besonders positiv, wenn man es denn doch auf Italienisch probiert. Und ein bisschen Italienisch sollte man dann irgendwann auch können, denn abseits der touristischen Highlights wird meistens kein Englisch oder gar Deutsch gesprochen.
Und wenn, dann ist es nicht immer leicht zu verstehen. Hier ein kleiner Tipp für einen sehr lustigen, weil passenden, IG Account von lau_ramoso. Super witzig.
Tipps zum Italienischlernen am Lago Maggiore
Als Hunde-Besitzer gefällt uns hier besonders gut, wie hundefreundlich die Italiener sind und dass man in eigentlich jedes Restaurant einen guten erzogenen Hund mit hineinbringen darf. In Italien gilt generell IMMER Leinenpflicht, außer auf ausgewiesenen Hunde-Spielplätzen. Und sämtliche Hinterlassenschaften werden IMMER entfernt. Das sorgt dafür, dass die vielen Hunde, die es hier gibt, niemandem unangenehm auffallen und die Nicht-Hundebesitzer extrem tolerant und freundlich sind.
Das größte Geschäft für alles rund um deinen Liebling findet man in Besozzo: L’Isola dei Tesori
Lebensmittel
Der tägliche Einkauf in einem der großen Supermärkte, Tigros, Carrefour, DPiu, Lidl, Aldi… kostet hier ungefähr genauso viel wie in Norddeutschland. Gutes Fleisch bei einem guten Fleischer (Macelleria) ist hier teurer.
Werkzeug & Co.
Werkzeuge, Maschinen, Fahrzeuge, Baumaterial, Haushaltsgeräte, Gartenprodukte etc. sind hier, nicht nur durch den höheren Mehrwertsteuersatz, ca. 10-15% teurer als in Deutschland, weshalb wir große Anschaffungen in Deutschland tätigen und dann hierher mitnehmen (Achtung: Kaufbelege mitführen, wenn ihr durch die Schweiz fahrt!)
Bekleidung
Es gibt hier ein paar sehr gute Boutiquen und Bekleidungsgeschäfte mit einem sehr günstigen Preisniveau.
Handwerker und Dienstleistungen
Handwerker und Dienstleistungen sind hier eher etwas günstiger als in Deutschland, das gilt auch für Architekten, Notare etc. Doch wie in Deutschland auch, ist die Qualität der Arbeit sehr unterschiedlich.
Ich habe euch hier ein paar Empfehlungen für sehr gute, zuverlässige Handwerker zusammengestellt.
Ich würde sagen, die Immobilienpreise hier sind auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland. Eine bezugsfertige, große Villa am See kostet 3-5 Millionen, ein kleines Häuschen in den Bergen 250.000,- Dazwischen bewegt es sich. Tendenziell ist die Piemontesische Seite etwas teurer als das östliche Ufer. Hat man seine Wunschimmobilie gefunden, kann man ein Gegenangebot zum geforderten Kaufpreis machen. Da sollte man keine Hemmungen haben und ruhig ein bisschen tief stapeln, aber natürlich seriös und fair bleiben.
Natürlich steht und fällt Vieles damit, ob ihr Italienisch sprecht – oder es wenigstens versucht – oder absolut nur in Englisch oder Deutsch kommunizieren könnt. Aber es gibt SEHR viele Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, weil die Italiener einfach super aufgeschlossen sind, vor allem, wenn man versucht, ihre Sprache zu sprechen. Wir haben als erstes jeden, der sich im Umfeld unseres Hauses gezeigt hat und nicht bei drei auf dem Baum war, gefragt, ob er in der Gegend wohnt und wenn ja, haben wir uns als die neuen Nachbarn vorgestellt und direkt auf einen Caffè oder ein Bier eingeladen. Die erste Anschaffung in eurem neuen Domizil sollte also eine vernünftige, den italienischen Ansprüchen genügende, Kaffeemaschine sein!
Beim nächsten Treffen darf man dann auch ruhig einmal kurz anhalten und ein wenig Smalltalk machen. Das wird erwartet und soviel Zeit muss sein!
Viele Orte haben einen „Pro Loco“, einen Nachbarschaftsverein, der sich um Veranstaltungen in der Gemeinde kümmert. Gegen einen kleinen Mitgliedsbeitrag wird man gerne aufgenommen und erhält dann regelmäßig Informationen über Events. Ehrenamtliches Engagement wird natürlich auch hier gern gesehen. So habe ich mich über meine Freundin und Italienischlehrerein gerne bei einer Vernissage zum Sektausschenken gemeldet und hatte eine schöne Gelegenheit, mein rudimentäres Italienisch zu üben. Und schwupp wird man zum „Helfer-Lunch“ eingeladen und kann weitere nette Menschen kennenlernen – wenn man es schafft, in das laute, schnelle Gespräch auf Italienisch einzugreifen…
Als Hundebesitzer ist es ja sowieso in der Regel kein Problem, Bekanntschaften zu schließen. Die offiziellen Hunde-Spielplätze sind dafür hervorragend geeignet.
In jedem Ort finden Sport- oder Kulturevents statt, auf denen man ebenfalls Kontakte knüpfen kann. Kein Italiener schaut komisch, wenn man neben ihm sitzt und ihn einfach anspricht. Man sollte aber natürlich erst einmal die Fremdsprachenkenntnisse abfragen, bevor man einfach in Englisch oder Deutsch drauflos plappert. Wenn weder Englisch- noch Deutschkenntnisse vorhanden sind, bin ich auch mit Französisch manchmal schon weitergekommen.
In unserer Nachbarschaft haben sich viele Deutsche niedergelassen und auch die scheinen hier deutlich aufgeschlossener zu sein, als back in good old Germany. Immer wenn ich bei einem Haus Bewegung gesehen habe, habe ich einfach einen Zettel an die Tür geklebt: „Lust auf ein Bier? Wir sind hier.“ Dann eine Wegbeschreibung und fertig. Hat IMMER funktioniert und jetzt haben wir eine tolle Nachbarschafts-WhatsApp-Gruppe, informieren uns über Neuigkeiten, verabreden uns zu Treffen und passen gegenseitig auf unsere Häuser auf, wenn mal jemand länger nicht vor Ort ist.
Wie auch immer: Kontakte knüpfen ist leicht, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt und aus seiner Haut traut!
Das Leben am Lago Maggiore ist entspannter als in Deutschland, aber keineswegs träge. Die Menschen sind offener, kommunikativer und nehmen sich Zeit für Kaffee, Essen und Gespräche – ohne dabei unproduktiv zu sein. Besonders auf der lombardischen Seite ist der Alltag lebendig, herzlich und deutlich weniger distanziert als in Norddeutschland.
Der Winter am Lago Maggiore ist wechselhafter, als viele erwarten, aber die Temperaturen fallen selten unter null Grad. Regenphasen sind meist kurz und dazwischen zeigt sich häufig die Sonne. Viele Cafés und Restaurants lassen auch im Winter ihre Außenplätze stehen – mit der richtigen Jacke kann man seinen Kaffee oft draußen genießen.
Die Lebenshaltungskosten am Lago Maggiore sind in vielen Bereichen vergleichbar mit Norddeutschland. Lebensmittel im Supermarkt kosten ähnlich viel, Dienstleistungen und Handwerker sind teilweise günstiger. Teurer sind hingegen Werkzeuge, Baumaterialien und größere Anschaffungen, vor allem wegen der höheren Mehrwertsteuer.
Der Lago Maggiore ist sehr hundefreundlich. Gut erzogene Hunde dürfen in fast alle Restaurants mitgenommen werden. Es gilt zwar Leinenpflicht, dafür werden Hinterlassenschaften konsequent entfernt. Das sorgt für ein entspanntes Miteinander zwischen Hunde- und Nicht-Hundebesitzern.
Ja, es leben viele Deutsche am Lago Maggiore. Anschluss findet man leicht, wenn man offen ist, Smalltalk zulässt und zumindest versucht, Italienisch zu sprechen. Nachbarschaft, Hundespielplätze, lokale Vereine („Pro Loco“) und gemeinsame Aktivitäten bieten viele Möglichkeiten, schnell Kontakte zu knüpfen.
In Italien sind Hunde grundsätzlich immer an der Leine zu führen. Nur auf eingezäunten, speziell ausgewiesenen Hunde-Spielplätzen dürfen Hunde frei laufen.

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